Was am 15. Januar im Rat passiert ist, war kein „Ausrutscher“. Es war ein Moment, in dem sich politische Realitäten offen gezeigt haben.
Die CDU hat gegen den eigenen Bürgermeister gestimmt und ihn anschließend ziemlich alleinstehen lassen. So geht man mit einem politischen Gegner um. Aber doch nicht mit dem eigenen Bürgermeister.
Das wirkt nicht wie ein Plan, sondern wie Orientierungslosigkeit. Fast wie auf Bundesebene: viel Taktik, wenig Richtung. Und am Ende bleibt der Eindruck, dass man lieber blockiert, als in Würselen endlich sichtbar zu liefern.
Damit stellt sich eine Frage, die seitdem viele bewegt: Wer ist hier eigentlich der Wahlgewinner?
FDP-Fraktionsvorsitzender Hans Carduck formuliert es deutlich: nicht die CDU, sondern die SPD.
Denn während die CDU intern beschäftigt wirkt, organisiert die SPD Mehrheiten und setzt Themen. Schaut man auf die wichtigen Entscheidungen der letzten drei Ratssitzungen, dann erkennt man eine klare Linie – SPD-Handschrift. Sie gibt den Takt vor.
Ja, formal stellt die CDU den Bürgermeister. Aber politisch entsteht das Bild einer Mannschaft, die ihren eigenen Kapitän bei Gegenwind im Stich lässt und sich dann wundert, wenn andere das Spiel bestimmen.
Fazit: In Würselen entscheidet längst nicht mehr, wer die meisten Plakate geklebt hat. Entscheidend ist, wer Mehrheiten schmiedet und Weichen stellt. Und das ist derzeit: die linke SPD.
Die CDU steht daneben und wirkt dabei erstaunlich zufrieden mit der eigenen Rolle.
Und zum Schluss: Die Würselener Bürger haben bessere Antworten verdient als Ausreden und Sonntagsreden. Sie haben Ergebnisse verdient.
Als FDP-Fraktion Würselen wünschen wir uns außerdem von Presse und Medien wieder mehr Präzision: weniger Lagerlogik und taktische Spielchen und mehr Fokus aus der lokalen politischen Mitte auf das, was im Rat tatsächlich beschlossen und verantwortet wird.

