Begrünte Haltestellen in Würselen: „Tolle Idee“ soll die Verwaltung nicht belasten

Ö6: Begrünung der Bushaltestellen auf Würselener Stadtgebiet: Auszug aus der öffentlichen Sitzung des Bauausschusses vom 13. September 2022

Wortbeitrag von Andreas Carduck, FDP-Fraktion

Wir haben uns mit dem Antrag der Begrünung von Bushaltestellen kritisch auseinandergesetzt. 

Meiner Einschätzung nach wird ein Umrüsten der bestehenden und gut erhaltenen Wartehäuschen unter Berücksichtigung der statischen Gegebenheiten wahrscheinlich nicht möglich sein. 

Zu den neuen Wartehäuschen sehen wir es so, dass unter Berücksichtigung der Baukosten einzelner Positionen, wie Abbruch und Rückbau der bestehenden Wartehäuschen, Pflaster- Tief- und Fundamentierungsarbeiten, Montage von neuen Wartehäuschen, Einbau der extensiven Begrünungen bzw. Bepflanzung von Dachflächen, der Photovoltaik-Anlagen für evtl. Fahrtzeitenanzeigen, sehr kostenintensiv ist. 

Das Thema „mutwillige Zerstörung“ von wertvollen Photovoltaik-Anlagen, tiefhängender Beleuchtung oder sogar Fahrtzeitenanzeigen sollte bei den Entscheidungen nicht ungeachtet bleiben. Die jährlichen laufenden Unterhalts- und Reparaturkosten dieser sensiblen öffentlichen Anlagen sind nicht unerheblich. Eines wird an dieser Stelle sicher sein: es zahlen immer nur die steuerpflichtigen Bürger. 

Wir, die FDP-Fraktion, schlagen daher vor: lieber weniger Quadratmeter versiegelte Pflasterflächen im öffentlichen Bereich hinnehmen – renaturieren und bepflanzen wird die jedem Fall die günstigere Lösung sein!

Gerade in Zeiten, in denen sich viele Bürger und Bürgerinnen unserer Stadt große Sorgen machen und auch diejenigen Menschen, die sich bald womöglich kein frisches Brötchen mehr erlauben können, werden uns dankbar sein, diesem Antrag nicht zugestimmt zu haben. 

Die FDP-Fraktion lehnt den Antrag ab!


Artikel der Aachener Nachrichten: Begrünte Haltestellen in Würselen: „Tolle Idee“ soll die Verwaltung nicht belasten

Nichtsdestotrotz: An der generellen Idee hatten SPD und UWG nichts auszusetzen; Die Partei schon („Lieber einen Acker kaufen und bepflanzen“), die FDP zwar auch nicht, sie stimmte dennoch gegen den Vorschlag, dass sich die Verwaltung konzeptionell mit dem Thema befassen soll. So fragte der Liberale Andreas Carduck in die Runde: „Warum sollen wir ein Konzept beauftragen, wenn die Verwaltung das gar nicht leisten kann?“

Damit kam er auf etwas zu sprechen, was in dieser Sitzung, aber auch in vielen anderen zuvor von Politik wie Verwaltung selbst angesprochen worden ist: Einige Abteilungen im Rathaus, gerade die, die sich mit dem Bauwesen beschäftigen, sind stark überlastet. „Das Thema ist reizvoll, eine tolle Idee, wir verstehen den Hintergrund. Aber wenn es personell nicht machbar ist, warum beschäftigen wir uns damit? Das sage ich auch als Bürger“, betonte Carduck.

Lieber Pflasterflächen entsiegeln

Aus Sicht der FDP verlas Carduck zuvor, die Stadt solle „lieber wenige Quadratmeter versiegelte Pflasterflächen im öffentlichen Bereich aufnehmen, renaturieren und bepflanzen“. Das sei günstiger, als Bushaltestellen mit einer Statik zu bebauen, die PV-Anlagen und ein Beet tragen können, das zur Insektenvielfalt, zum besseren Mikroklima und zum Sonnenschutz beitragen soll. Bislang haben die Haltestellen auf städtischem Gebiet Spitzdächer aus Glas. Das heißt: Sonne pur für die Wartenden und keine Möglichkeit der Bepflanzung.

Textauszug sowie Rechte: Aachener Nachrichten, vom 14. September 2022

Von Carsten Rose, Redakteur in der Lokalredaktion Nordkreis.

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Fotos: Andreas Carduck